Neue Saiten

Es war mal Zeit für neue Saiten. Also habe ich mir einen E-Bass bestellt, da sind neue Saiten drauf. Ich suchte mir einen aus, bei dem gleich schon Ersatzsaiten mit aufgezogen sind. Praktische Sache!  😉

Der Ibanez Bass bekam zunächst mal die Stahlsaiten wieder zurück. Ich mag die Nylon Tapewounds, die fassen sich gut an, klingen sanft und doch klar – und die Optik der schwarzen Drähte ist sowieso unschlagbar. Für mich als Anfänger haben sie allerdings den Nachteil, dass ich auf ihnen nachrutsche, wenn ich z.B. in der ersten Lage über 4 Bünde greifen muss. So braucht sich die Hand nicht breiter zu strecken. Soll sie aber.
Also kamen wieder die Regular Slinky drauf. Was für ein krasser Unterschied! Plötzlich klang alles richtig stählern und ungedämpft. Nach einer kurzen Umgewöhnungsphase war es dann aber doch wieder „mein Bass“.

Wo 1 Bass gut ist, können 2 nicht schlecht sein. Okay, okay. Ich habe noch den Akustikbass hier stehen. Wo 2 Bässe gut sind, können 3 nicht schlecht sein. Ach ja, den Yamaha besitze ich ja auch noch/wieder… Aktuell habe ich aber keinen Zugriff darauf… – Egal, fertig jetzt mit der Zählerei!  😆

Ich schaue immer mal wieder die verschiedensten Bässe an. Es gibt sooo viele und tolle Modelle. Aber noch einen 4-Saiter? Andererseits, was sollte ich schon mit einem 5-, 6- oder gar 7-Saiter anfangen können, wo ich immer noch mit den 4 Saiten kämpfe. Umgekehrt betrachtet kann man nicht lernen, was man nicht übt.

Dummerweise hatte ich neulich schon einen günstigen und bildschönen Harley Benton Bass gesichtet, den es mit 4, 5, 6 oder 7 Saiten gibt. Ein Weilchen später hatte ich mich in den 6-Saiter verliebt, der mit der Modellbezeichnung BZ-6000 daher kommt. Wenig später war ein (nochmal günstigerer) Versandrückläufer bestellt, obwohl ich mit der B-Stock Basskiste vor ein paar Wochen eine unschöne Erfahrung gemacht hatte. Die Bass Combo hatte ich gegen eine neue eingetauscht, den Bass wollte ich eigentlich nur mal antesten, etwas streicheln und liebkosten, auf Herz und Nieren testen.

Gell, man kann sich alles passend und schön reden!?  😛

Als das Paket da war, lief bei mir das Kopfkino auf Hochtouren. Was würde mich nun erwarten…? Wer hatte den Bass vorher in den Händen – und wie…??? Schnell auspacken und Gewissheit haben!

Erster Eindruck: Geiles Teil! Ich war sofort begeistert, ein echter Hingucker. Durchgehender Hals, tolle Hölzer sogar auf der Rückseite, wo selbst Markenhersteller sparen. Die Verarbeitung des Holzes ist richtig gut, alle Fräsungen passen und auch die Bundstäbe sind gut abgerichtet.

Nur Gutes? Wie ist dann ein Preis von rund 350 Euro möglich?

Der Lack hat an der Kopfplattenoberseite eine kleine matte Stelle und hier und da gibt es kleine Fehlerchen, die man allerdings eher suchen muss (was ich ja auch tat 😉 ). So weit auch nicht schlimm, ich wollte ja kein Vitrinenstück.

Beim ersten Stimmen fielen mir gleich die billigen Tuner auf, die innerlich reichlich Spiel zu haben scheinen, was sich gerade beim Lösen der Saiten seltsam anfühlt. Aber sie halten die Stimmung.

Die Einzelbrücken musste ich einstellen, weil die Oktavreinheit nicht passte. 5 von 6 Saitenreitern waren gar nicht erst fest gezogen. Die Köpfe der Brückenbefestigungsschrauben ragen leicht in die Bahn der Reiter, wodurch die Reiter zum Springreiten gezwungen werden. Nicht schön, ließen sich aber einstellen.

Weiter ging es mit der Saitenlage. Die Saiten waren mir bei den Pickups zu hoch, die Saitenreiter aber schon in der tiefsten Position. Durch eine Begradigung des Halses kommen die Saiten flacher, also los! Der Hals besitzt zwei Spannstäbe, die meiner anderen Bässe jeweils nur einen. Also Neuland, irgendwie. Und prompt brauchte ich seelische und moralische Unterstützung, die ich aus Heidelberg bekam. Es war nämlich so, dass der eine Spannstab beim rechts herum drehen fester wurde, der andere aber bei gleicher Drehrichtung loser zu werden schien. Unterschiedliche Halsspannstäbe in einer einzigen Bassgitarre? Natürlich nicht. Auch hier war einfach nur die Werkseinstellung Mist. Mangels im Netz findbarer Anleitungen für den Bass, versuchte ich es einfach mit der Aussage auf der Thomann Website, dass Halsspannstäbe grundsätzlich rechts herum gedreht den Hals nach hinten neigen. (Diese Aussage stimmt übrigens NICHT pauschal!) Prima, es klappte. Zuerst wurde die Schraube loser, dann aber wieder fester. Und der Hals kam wie gewünscht nach hinten.

So weit alles gut. Jetzt macht die Wuchtbrumme richtig Laune und klingt auch passabel. Im Passivmodus gefällt mir der Klang sogar noch besser als im Aktivbetrieb. Lediglich die dann fehlende Höhenblende ist ein Manko. Aber gut, letztendlich ist der Klang Geschmackssache.

Nach ein paar Tagen war klar, dass ich den Bass nicht mehr weg gebe.  😎
Im Laufe der Zeit kommt garantiert die eine oder andere Nachbesserung.

Mich würden auch mal andere Sechssaiter im untersten bis unteren Preissegment interessieren:

Aber es besteht immer das Risiko, dass die nach dem Test nicht mehr zum Laden zurück finden. Also lasse ich es besser… 😉

 

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